Warum ich den Winter so gerne mag

Die meisten Menschen, die ich kenne, mögen den Winter nicht. Sie schwärmen vom Sommer, wenn alles grün und es warm oder heiß ist.
Ich gebe zu, mir gefällt es natürlich auch, wenn es (nicht zu) warm ist, es im Garten blüht und ich mich viel im Freien aufhalten kann.
Aber so ein richtig schöner Wintertag mit Schnee und Kälte hat doch auch was, oder nicht? Wenn der Schnee leise vom Himmel flockt und die Welt wie mit einer weißen Wolldecke zudeckt. Wenn es ruhig wird, die Geräusche wie durch einen Wattebausch an mein Ohr dringen und der Schnee bei jedem Schritt knirscht.

Erlauzwieseler See im Winter
Die Rabenvögel schreien, als Vertreter für die kleineren Singvögel, die noch im Wintermodus sind und in Scharen in meinem Garten die Futterhäuschen aufsuchen. Auch die Krähen landen ab und zu im Garten und wollen sich am Futter bedienen und sich am liebsten die Meisenknödel schnappen.

Krähe auf dem Dach

Ja, gut, so schön ist der Winter natürlich nicht immer und schon gar nicht überall. Wenn es friert und frostig ist, ist der Winter auch fein. Wenn er aber so halbherzig daher kommt und ich Mitte Januar schon die ersten Zecken von einem meiner Kater abflücken darf, dann ist der Winter kein richtiger Winter und kann sich langsam schleichen.

Ich finde es schön, wenn jede Jahreszeit zum Zuge kommt und sich von den anderen abgrenzt. Ich könnte nie dort wohnen, wo es immer warm ist. Ich brauche Sonne, Regen, Schnee, alles zu seiner Zeit.

Wenn kalte Winde uns zu Tränen rühren,
der Schnee unter unseren Schuhen knirscht,
die Raben schreien, weil wir sie stören
dann ist das meine liebste Zeit.

Der Karneval und ich

Jetzt ist es wieder soweit: Die Jecken sind los. Jedenfalls in den Hochburgen des Karnevals.
Ein Horror für mich. Wenn ich schon diese schunkeligen Karnevalslieder höre, bekomme ich Ohrensausen und Entenpelle. Ich habe dieses Karnevalsgen einfach nicht – obwohl ich Rheinländerin bin.

Es hat sich mir noch nie erschlossen, warum man gerade zu dieser Zeit übersprühende gute Laune haben soll. Was, wenn es mir gerade nicht nach Lachen ist? Mal abgesehen davon, habe ich fast immer gute Laune, ganz ohne Karneval. Und ganz ohne Alkohol und Bützchen hier und Bützchen da. Nein, ich bin absolut kein Karnevalsjeck.

Das war auch mal anders. Als Kind habe ich mich natürlich auch verkleidet, vorzugsweise als Clown. Ha! Warum wohl? Das war noch ein unschuldiger Karneval. Ernster wurde es, als ich zwölf Jahre alt war. Da feierte meine Klasse Karneval und ich musste vor allen eine Büttenrede vortragen. Ich, die extrem schüchtern war. Die kaum den Mund auf machte – jedenfalls vor anderen – die im Unterricht ganz selten aufzeigte und die gelernt hatte nicht reden zu dürfen, wenn Erwachsene sich unterhalten.

Ich kann mich nicht erinnern, wie meine Büttenrede entstanden ist, wer mir alles geholfen hat. Auf jeden Fall mein Lehrer. Er schwärmte für den Dichter Ludwig Soumagne.  So war dann meine Rede in niederrheinischem Platt geschrieben und so habe ich sie auch vorgetragen. Es war eine Herausforderung und ich habe wochenlang geübt, denn ich spreche überhaupt keinen Dialekt.

Und dann stand ich allein in der Bütt vorm Mikrofon.
An den Anfang der Rede kann ich mich noch erinnern: Nee, man leebt ja jefäährlich

Ob dieses Erlebnis mein persönlicher Karnevalskiller war?

Vera hält Büttenrede
Für die Rede war ich seriös angezogen. Danach habe ich mich wieder als Clown verkleidet und lustig mit den anderen gefeiert. Als Clown muss man das tun.

Mäusejagd

Das war eine Geschichte. Irgendwann bemerkte ich, dass Ninja und die drei Kater im Wohnzimmer vor den Schränken auf der Lauer lagen. Mal am Buffet, mal am Bücherregal. Die werden mir doch nicht wieder eine Maus ins Haus geschleppt haben?

Doch, das hatten sie. Da legten sich dann auch Herrchen und Frauchen auf die Lauer. Ich griff mir ein Küchenhandtuch. Wir rückten das Bücherregal von der Wand und schwuppdiwupp lief das Mäuschen zum Buffet. Wir alle hinterher. Die Maus versteckte sich hinter einem Korb. Ich rückte ihn ab, warf das Handtuch über die Maus … weg war sie. Sie lief wieder zum Bücherregal. Die gesamte Bagage – Tiere und WIR – liefen hinterher. Wir knieten, lagen, verrenkten uns vor den Schränken, aber das Mäuschen war nicht zu sehen. Nach einigem Suchen sahen wir das Tier hinter der untersten Buchreihe. Alle Bücher mussten nun raus. Es sah aus, als würden wir ausziehen. Möbel abgerückt, Sachen ausgeräumt, von der Maus keine Spur. Wo war sie hin?

 

Mäusejagd Gedicht

Ich ging wieder zum Buffet und schaute darunter. Da saß sie und ich meinte ein leichtes Lächeln in ihrem spitzen Gesicht zu sehen. Mäuschen, ich will dich retten, sagte ich leise zu dem Tier. Es lief hinter einen Korb, ich krabbelte auf allen Vieren mit meinem Handtuch hinterher und zack, fühlte ich die Maus in meiner Hand. Schnell und unbemerkt von den anderen brachte ich sie nach draußen und setzte sie auf die Steinmauer. Sie drehte sich noch einmal um, blinzelte mir zu und verschwand in dem Grün.

Noch Stunden später lagen die Tiere lauernd vor den Schränken und Ninja schnüffelte das Wohnzimmer ab. Erfolglos natürlich.
Da frage ich mich doch wirklich, wozu ich drei Katzen habe, die draußen auch fleißig Mäuse fangen, wenn ich ihre Arbeit im Haus selbst übernehmen muss.

 

Es flitzt eine kleine Maus
den Tieren scheint’s egal
schnell hinein ins Haus
unter das Bücherregal.

⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Drei Katzen sollen jagen
die Maus ist abgehauen
ich will schon fast verzagen
bei Katzen die nur schauen.

 

Die Maus rennt hin und her
die Tiere wollen sie fangen
sie macht es ihnen schwer
wer wird wohl nach ihr langen?

 

Sie sitzt nun hinter Büchern
wir sitzen da und warten
ich schnapp‘ sie dann mit Tüchern
und bring‘ sie in den Garten.

 

Und die Moral von der Geschicht‘?
Verlasse dich auf Katzen nicht.
Willst du loswerden die Maus,
fang sie selbst und bring sie raus.

Gartenbesucher II

Nicht nur die kleinen Vögel kommen zu unseren Futterplätzen. Auch größere Vögel, wie Elstern, Eichelhäher und auch Krähen, holen sich gerne mal einen Happen ab. Leider vertreiben sie immer die kleinen Vögel. Aber ich mag sie trotzdem. Besonders die schwarzen Rabenvögel haben es mir angetan. Manche Menschen finden sie etwas unheimlich. Aber es sind ganz intelligente Tiere und ich sehe und höre sie gerne.

Eichelhäher

Sogar eine Maus hat es sich in einem der Futterhäuschen gemütlich gemacht. Sie kommt regelmäßig und turnt an den Meisenknödeln herum. Erstaunlich, dass sie nicht abstürzt, wenn sie sich mit nur einer Pfote am Häuschen festkrallt.

Maus im Futterhaus
Maus am Meisenknödel

Und immer gerne kommen Eichhörnchen in den Garten. Im Moment sind es zwei: ein hellbraunes und ein dunkelbraunes. Sie besetzen gerne die Futterhäuser oder sitzen oben drauf und hangeln sich die Meisenknödel herauf.

Eichhörnchen im Futterhaus
Im letzten Frühjahr haben sie mir die Knödel vom Baum geklaut. Sie haben so lange an den Netzen geknabbert, bis die Knödel heraus fielen. Und dann sind sie mit ihrer Beute im Wald verschwunden. Ob sie die für ihren Nachwuchs geholt haben?

Eichhörnchen hellbraun
Eichhörnchen dunkelbraun

Ich mag die putzigen kleinen Kerlchen. Manchmal bleiben sie ganz ruhig im Futterhaus sitzen, wenn ich auf die Terrasse gehe, oder auch wenn Ninja oder eine der Katzen herumwandert. Aber hören sie etwas Ungewohntes, Lautes, dann flitzen sie in einem Affenzahn durch den Garten, über den Zaun und rein in den Wald auf den nächsten Baum.  Es macht mir immer viel Spaß sie zu beobachten.

Bis bald, Ihr drolligen Gesellen.

Eichhörnchen hellbraun

Gartenbesucher I

Die Fütterungssaison hat in diesem Winter früh begonnen. Als mein Mann die Gartenmöbel ins und die Futterhäuschen aus dem Gartenhaus geräumt hatte, ging es auch schon los. Die ersten Meisen flogen suchend heran und belagerten die Futterstellen.

Ich hatte noch Sonnenblumenkerne vom letzten Jahr und einige Meisenknödel, die ich gleich verteilte. Was soll ich sagen? Sonst blieben die Meisenknödel immer wochenlang unberührt hängen. Jetzt waren sie in Nullkommanix aufgefuttert. Und das Anfang Oktober. Ich kam mit dem Füttern gar nicht nach und kaufte zwei Fünf-Kilo-Säcke Sonnenblumenkerne. Die reichten nicht lange und ich orderte einen 25-Kilo-Sack. 25 Kilo! Hoffentlich war das jetzt nicht zu viel.

Schwanzmeisen

Mein Mann kaufte noch zwei Kilo Mischfutter. Ich weiß nicht, wer das frisst, aber die Vögel im Garten verschmähen es. Dabei ist das extra für Finken, Meisen, Kleiber und andere Singvögel. Sie mögen es nicht und fressen lieber Sonnenblumenkerne.

Der große Sack reicht noch eine Weile, aber ein Eimer Meisenknödel ist schon leer und ich brauche dringend Nachschub.

Blaumeise
Tannenmeise

Wusstest Du eigentlich, dass in den vergangenen knapp dreißig Jahren die Biomasse an herumfliegenden Insekten um 75 Prozent zurückgegangen ist? Das habe ich in einem Fernsehbericht gesehen. Unglaublich, oder? Wenn ich genauer darüber nachdenke … heute müssen wir kaum noch die Windschutzscheiben von getöteten Insekten sauber schrubben. Vor Jahren war das wirklich anders. Kaum ein paar Kilometer gefahren, war die Scheibe voll und die Scheibenwaschanlage kam an ihre Grenzen.

Wundert es mich da noch, dass die Vögel im Garten wie verrückt nach Futter suchen? Und das, obwohl wir viele Pflanzen im Garten haben, die die Insekten gerne mögen, über den Winter abgeblühte Stauden stehen lassen und der Wald direkt hinter unserem Garten beginnt. Auch Schmetterlinge hatten wir im letzten Sommer viel, viel weniger als die Jahre davor. Da waren die Schmetterlingsflieder übersät mit Schmetterlingen, Hummeln und anderem Getier.

Kernbeißer
Buntspecht

Früher habe ich nur bei sehr kalten Temperaturen gefüttert. Jetzt füttere ich den ganzen Winter über, bis zum Frühjahr. Oder bis keine Vögel mehr kommen und lieber wieder Insekten fressen und an ihre Jungen verfüttern. Sofern sie denn welche finden.

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Kreativ und naturverbunden, lebe ich mit Mann, Hund und drei Katzen im Nordschwarzwald, bin vielseitig interessiert und immer neugierig auf neue Dinge.
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