Gier
Paul wollte immer mehr und immer mehr. Mit nichts war er zufrieden. Kaum hatte er die neue Stereoanlage, war sie ihm nicht gut genug. Eine bessere musste her. Das ging ins Geld. Aber das war ihm egal. Solange er am Geldautomaten welches bekam, war es ihm egal.
Lange ging es gut. Bis eines Tages der Automat sagte: Wenden Sie sich an Ihren Bankberater.
Das Konto war überzogen. Er müsste sein Konto ausgleichen, dann bekäme er seine EC-Karte wieder. Ja, aber sein Gehalt kommt doch pünktlich.
Ja, das schon. Aber es gäbe da schließlich die Gehaltspfändung.
Paul ging nach Hause. Da stand sie, seine schöne teure Stereoanlage. Er stellte sie an. Es kam kein Ton aus ihr heraus. Wie auch, es gab keinen Strom.
Er ging zum Nachbarn, klingelte und fragte, ob der Strom schon lange weg wäre.
Der Nachbar war erstaunt. Der Strom war nicht weg.
Paul ging wieder in seine Wohnung und schaute in den Stromkasten.
Die Sicherungen waren alle drin.
Sein Blick fiel auf den Stapel ungeöffnete Post. Das Logo der Stromgesellschaft war auf einem Umschlag zu erkennen.
Er öffnete den Brief und fing an zu lesen:
„Wenn Sie bis zum ... nicht ... dann ...“
Ja, dann.
Paul fing es langsam an zu dämmern, dass man doch nicht alles haben kann. Er hatte zwar eine supertolle Stereoanlage. Aber ohne Strom war sie wertlos.
© Vera Gold