Vera Gold - Autorin und Künstlerin - Geschichten und Gedichte, Fotos und Videos mit Text und Musik


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Gemütlich und nett ist es nur im Bett. Noch ein paar Seiten lesen und dann mache ich das Licht aus. Schön mollig warm eingekuschelt und zusammengerollt liege ich unter meiner Bettdecke und warte, dass mich der Schlaf überrollt. Vielleicht träume ich heute Nacht etwas Schönes?
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23.15 Uhr. Eine Maus oder ein anderes Tier hat sich mein Hausdach als Spielplatz ausgesucht. Rennt direkt über meinem Schlafzimmer herum und frisst wahrscheinlich mein Dämmmaterial auf.
Licht an, raus dem Bett, den Pantoffel geschnappt, Kratzgeräusche geortet und mit dem Latschen an die Zimmerdecke gekloppt. Ruhe. Das ging ja schnell.
Rein ins Bett, Licht aus, einkuscheln in die Decke, Augen zu, an etwas Schönes denken …
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Schon wieder dieses Geräusch. Licht an, raus aus dem Bett, Schluppen geschnappt, an die Decke und an die Wand gekloppt, zurück ins Bett, Licht aus, eingekuschelt in die Decke …
Dieses Spiel wiederholt sich ein paar Mal. Mittlerweile bin ich zum Schimpfen übergegangen. Wirkt nicht überragend. Meine Katze liegt im großen Hundekörbchen zusammengerollt und schläft selig. Das ist eigentlich ihr Job, sich um ungebetene Gäste zu kümmern.
Endlich Ruhe, wieder rein ins Bett, Licht aus …
Krabbeldikrabbeldikrabb.
„Schschschschschschsch“ mache ich im Dunkeln. Darüber hat sich mein Hund erschreckt und kommt an mein Bett gesprungen. Ich muss lachen. Minutenlang lache ich … Krabbeldikrabbeldikrabb.
Jetzt reicht es, ich fahre härteres Geschütz auf. Das Viech soll mich kennenlernen. Meinen Radiowecker drehe ich auf volle Pulle. Mittlerweile ist es 23.54 Uhr. Fast Geisterstunde. Um die Wirkung zu verstärken, gröle ich mit – zur Freude meines Hundes. Ninja denkt, das ist ein tolles Spiel und wir zwei tanzen durchs Zimmer: Frauchen laut grölend und Ninja auf den Hinterbeinen hüpfend.
Bevor die Geisterstunde im Radio angesagt wird, mache ich das Radio aus. Stille.
Eine himmlische Ruhe ist das und nun schnell ins Körbchen, jeder in seines. Licht aus. „Heia“ machen.
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Habe ich wirklich geglaubt, ich könnte das Viech damit beeindrucken? Was mache ich denn jetzt? Mittlerweile ist mein Arm lahm vom vielen Schlagen an die Decke. Meine Schlafzimmerdecke ist zwar nur 2,05 Meter hoch, aber ich brauche etwas anderes zum Prügeln. Bei meinem Werkzeug finde ich ein altes Holzbrett. Damit klopfe ich an die Decke. Auweia, das war keine gute Idee, jetzt bröckelt mir der Rauputz entgegen. Da habe ich doch glatt ein Loch in die Decke geschlagen. Oh oh, ich nehme besser wieder meinen Schluppen, obwohl der auch schon ein paar Dellen hinterlassen hat.
Langsam werde ich wütend. Ich bin müde, mir ist kalt, ich bin extrem gereizt und verhalte mich auch so. Wütend schlage ich um mich: Schlafzimmerdecke, die Schräge klopfe ich über mein Bett trampelnd ab, in der Kleiderkammer prügele ich auf die Holzvertäfelung ein, arbeite mich bis in den Flur, klopfe und rüttele an der Luke zum Dachboden, hämmere an den Kamin und im Büro komme ich dem Kratzeviech von hinten und schlage fast die Wand ein. Irgendetwas in meinem Büro scheppert.
Nun habe ich mich genügend abreagiert und gehe vorsichtig ins Schlafzimmer.
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Neiiiiiin, ich fasse es nicht. Ich rüttele an den Jalousien und ziehe sie ein paar Mal rauf und runter. Das beeindruckt mein Monster überhaupt nicht. Dann komme ich auf die Idee mit dem Telefon. Vielleicht verschrecken es die Klingeltöne? Ich lasse mein Telefon in den unterschiedlichsten Tönen klingeln. Leider sind das viel zu wenige. Ich hole mein Handy und dann mache ich dem Viech den Garaus. Sämtliche Klingeltöne probiere ich aus und laufe quer durchs Zimmer, über mein Bett, hin und her mit dem Handy an der Zimmerdecke. Nichts, das Tier läuft munter hin und her und macht mehr Lärm denn je.
0.30 Uhr. Mir kommt eine Idee: der Staubsauger. Ich hole mir das Gerät aus der Abstellkammer. Jetzt geht’s los! Ich bin voll in meinem Element und sauge durch die Hütte was das Zeug hält. Die Katze haut ab, erträgt es nicht.
Und?
Krabbeldikrabbeldikrabb.
Nach eineinhalb Stunden Kampf gebe ich auf und räume das Feld. Soll die Maus meine Wärmedämmung fressen und daran zerplatzen. Ich schlafe heute Nacht im Wohnzimmer. Über meinen Schlafanzug ziehe ich mir einen Fleecepullover und an meine Füße ein paar dicke Socken. Mit einer Wolldecke unterm Arm und einer Taschenlampe mache ich mich auf den Weg nach unten – gefolgt von meinem Hund.
Die Couch ist nicht zum Schlafen geeignet. Die Lehne ist zu steil und ich rutsche hinunter auf den flachen Bereich. Nun kann ich aber meine Beine nicht ausstrecken weil die Couch zu kurz ist.
Ich lege mich mit angewinkelten Beinen auf die Seite, Ninja liegt neben mir, mit der Schnauze auf meinem Bein. Unbequem ist es für uns beide. Gespenstisch obendrein, weil der zunehmende Mond durch den Nebel scheint und es sehr hell draußen ist. Ninja ruschelt hin und her, sie findet keinen Schlafplatz. Ich müsste mich auch einmal umdrehen, weil mein Rücken schmerzt. Nach mühsamer Herumrutscherei liege ich endlich auf dem Rücken mit verwinkelten, überkreuzten Beinen und Füßen. Dadurch entsteht eine hübsche Kuhle, in die Ninja sich sogleich hineinlegt – Hauptsache, der Hund hat es gemütlich.
Krabbeldikrabbeldikrabb.
Nein, sind hier etwa auch Mäuse? Starr und steif liege ich und lausche. Da – noch einmal. Ich schalte die Taschenlampe ein. Ach, es ist nur die Katze, die sich auf dem Stuhl räkelt.
Ich schlummere etwas, mir ist kalt, der Hund unruhig, mir tut alles weh. Todmüde bin ich, aber an Schlaf ist nicht zu denken.
2.45 Uhr. Ob das Tier noch da ist?
Ninja und ich gehen hoch ins Schlafzimmer – leise, damit wir das Viech nicht wecken. Es ist nichts zu hören und ich schlüpfe unter meine Decke. Ninja geht in ihr Körbchen. Alles ist still und ich lösche das Licht.
Viel zu früh werde ich wach. Es dämmert langsam. Ein Geräusch hat mich geweckt. Ninja träumt laut – bestimmt von Krabbeldikrabbeldikrabb.


© Vera Gold



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