Stolz & Unruhe
Einmal
Einmal nur zuhören
Das hätte ich mir gewünscht
Einmal nur vertrauen
Das hätte ich mir gewünscht
Du konntest nicht über deinen
Schatten springen
Du hast nie gelernt
Zu geben, was ich brauche
Für dich war es in Ordnung
Für mich nur noch Qual
Nun geht jeder allein
In Erinnerung an das
Was einmal war
ICH
Ich bin.
Ich bin ich.
Ich bin wie ich bin.
Ich bin
die Summe
meiner Erfahrungen.
Vorbei
Wir reden miteinander,
aber wir haben uns nichts zu sagen.
Wir schauen uns an,
aber wir sehen einander nicht.
Wir halten uns an den Händen,
aber wir spüren uns nicht.
Wir haben uns verloren,
aber wir haben es nicht bemerkt.
Mein Weg
Ich gehe meinen Weg,
auch wenn es dir nicht gefällt.
Du kannst mich nicht aufhalten,
nicht abhalten von meinem Ziel.
Ich werde gehen,
aufrecht und stolz.
Endlich
ohne dich.
Begegnung
Wieder höre ich deine Stimme.
Ich will sie nicht hören -
drehe mich weg.
Wieder rieche ich dein Rasierwasser.
Ich will dich nicht riechen -
drehe mich weg.
Wieder fühle ich deine Hände.
Ich will dich nicht fühlen -
drehe mich weg.
Wieder spüre ich deine Lippen.
Ich will sie nicht spüren -
drehe mich weg.
Wieder sehe ich Liebe in deinen Augen.
Ich will sie nicht sehen -
drehe mich weg.
Noch einmal schaue ich mich um,
sehe deinen erstaunten Blick.
Ich lächle - und drehe mich weg.
Unruhe
Wieder eine unruhige Nacht
quälend verbracht
Wirre Träume,
durchwachte Stunden
in der Schwüle der Nacht,
wechseln sich ab.
Wie finde ich Ruhe?
Wann lassen sie mich los,
Gedanken, die ich nicht will?
Verschiedenen Welten
Du kennst mich nicht,
doch du verurteilst mich,
weil ich anders bin.
Wo liegt der Sinn?
Bin ich nicht wie du?
Mit Stärken und Schwächen,
mit Glück und Leid,
mit Lachen und Weinen,
mit Sinn und Verstand,
mit Trauer und Frohsinn,
mit Leben und Tod?
Was schlägt mir entgegen?
Neid und Unverständnis,
Frust und Intoleranz,
Selbstmitleid und Anklage.
Was wirfst du mir vor?
Dass dein Glas halbleer ist,
meines jedoch halbvoll?
Abgestürzt
abgestürzt
aus heiterem Himmel
gestern noch lachend
heute erstickend
ungeweinte Tränen
um nichts
um nichts?
Vorbei
Schau mich nicht so an.
Ich gehe.
Keine Wehmut im Blick.
Stolz und aufrecht
drehe ich mich um.
Steine auf unserem Weg
Du wusstest
wie viele Steine auf
unserem Weg liegen.
Beklage dich nicht.
Haben wir nicht etwas
Schönes daraus gebaut?
Warum also jammerst du?
© Vera Gold