Notizen zum Bloggen
Alltag,  Blog

Weiterhin bloggen – oder nicht – oder doch?

Diese Frage geistert mir seit Wochen im Kopf herum und ich muss zugeben, dass ich mich bisher zu keiner Entscheidung durchringen konnte. Bloggen bedeutet doch auch eine gewisse Regelmäßigkeit, oder nicht? Naja, aber was bedeutet regelmäßig eigentlich? Ich lese zum Beispiel ein Blog, auf dem alle paar Wochen, manchmal auch erst nach Monaten, ein neuer Blogbeitrag erscheint. Hm, ist ja auch irgendwie regelmäßig, oder nicht? Ich lese den Blog jedenfalls immer noch – vielleicht auch, weil ich weiß, dass irgendwann wieder ein Beitrag kommt.

Ich kann das ja gut, dass ich mich selbst unter Druck setze (Du musst jetzt aber mal wieder einen Beitrag schreiben!) und dann auf stur schalte. Das muss man sich mal vorstellen: Ich schalte bei mir selbst auf stur. Dann habe ich tausend Ausreden:

  • zu heiß (Hitze lähmt mich total)
  • zu kalt (eher selten)
  • keine Zeit (faule Ausrede)
  • keine Lust (stimmt)
  • ach nee, mache ich morgen  (Aufschieberitis)
  • welche Bilder? (keine Lust zu suchen und zu bearbeiten)
  • das dauert alles so lang (stimmt doch auch)
  • liest ja doch keiner (traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast)
  • andere machen das besser (siehe Bild unten)

Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Aber wie schrieb dereinst mein Vater im Dezember 1968 in mein Poesiealbum?

Poesiealbum

Musst Dich nie nach anderen Leuten richten,
geh nur dreist den selbstgewählten Pfad,
keinem Helfer darfst Du Dich verpflichten,
eigenem Wille folge, eigenem Rat.

 

 Ja, und warum halte ich mich nicht an seinen Rat?

Es gab natürlich noch einen besonderen Grund, warum ich das Bloggen in den Hintergrund gestellt habe. Die Arbeit an einem Lebensprojekt (irgendwann mehr darüber) nahm viel Zeit in Anspruch. Ich hatte und habe eine Menge zu denken, zu planen, zu entscheiden. Darüber sind selbst meine Malkurse ins Stocken geraten. Himmel, wie soll ich das alles nur aufholen? Aber es wird ja mal Herbst/Winter werden und ich werde weniger Zeit im Garten verbringen. Dann hole ich hoffentlich alles auf.

Wie schon erwähnt, es juckte mich die ganzen Wochen schon in den Fingern. Erst recht, als meine gute Nina ihr stillgelegtes Blog wieder reaktiviert hat, weil die Lust am Bloggen zurückgekehrt ist. Na, wenn das keine Motivation für mich ist, dann weiß ich es auch nicht.

Und zufällig lese ich heute einen Blogbeitrag, in dem es gar nicht ums Bloggen ging, aber ein Absatz darin brachte mich zum Nachdenken.
Ich nutze nicht viele Social Media Kanäle. Aktiv bin ich nur bei Instagram mit meinem Alltags-Account und meinem Kreativ-Account.  Dort bin ich auch gerne und habe sehr nette Kontakte, mit denen ich mich austauschen kann. Und ja, es sind schnell Herzchen als Anerkennung verteilt und Kommentare geschrieben.

Sehr oft sehe ich auch Texte, die so lang sind wie Blogbeiträge. Instagram als Blogersatz? Kann man machen. Aber was ist, wenn die Social Media Kanäle verschwinden und damit alle meine Aktivitäten und Kontakte? Darum ging es nämlich auch in besagtem Blogartikel.
Mein Blog bleibt mir, darüber habe ich die alleinige Entscheidung.

Was nun?

Ich versuche, die heißen Monate Juli und August zu ignorieren und wieder mehr zu malen und zu bloggen. Meinetwegen könnte man diese Monate auch streichen. Mai, Juni … September … so würde mir das Jahr besser gefallen. Frühling, Frühsommer und dann gleich in den Herbst. Wenn es so heiß ist, macht das draußen sitzen eh keinen Spaß und in die Sonne gehen scheidet eh aus.

Und falls ich mich wieder länger nicht rühre, dürft Ihr mich gerne anstupsen.

 

11 Comments

  • Eckard

    Liebe Vera,

    Du hattest einen weisen Vater.

    Zum Bloggen die Worte eines anderen weisen Mannes:

    Wer viel bloggt, der/die hat entweder viel Langeweile oder ist sehr einsam. – Worte, die mich nachdenklich gemacht haben.

    Herzlichen Gruß

    Eckard

    (der zwar noch lebt, jedoch nicht mehr viel tut, und noch immer nicht weise ist. Jedoch – frei nach Goethe -: es wird mich nach der Weisheit Brüsten mit jedem Tage mehr gelüsten.) 🙂

    • Vera

      Lieber Eckard,

      die weisen Worte dieses Mannes kann ich nicht nachvollziehen. Warum sollten Blogger einsam sein oder Langeweile haben? Bloggen ist ein Hobby wie viele andere, für manche sogar ein Beruf, der sie ernährt.
      Sonst wären Menschen, die ihr Hobby allein betreiben, die viel lesen, fotografierend und beobachtend in der Natur unterwegs sind, die stundenlang ihre Briefmarken sortieren oder sich im Keller mit der Eisenbahn beschäftigen, auch einsam? Um nur ein paar Beispiele zu nennen.

      Wie auch immer. Jeder folgt einer anderen Weisheit – oder auch nicht. Und gelangt vielleicht letztendlich zu seiner eigenen.

      Liebe Grüße,
      Vera

      • Eckard

        Liebe Vera,

        zunächst muss ich Dich um Verzeihung bitten, weil ich mich so lange nicht gemeldet habe. Aber Du stehst da nicht allein. Ich habe einiges an einige zu schreiben. Der Sommer war leider für mich keine so gute Zeit, selbst auf meine geliebten Falter und Raupen musste ich viel verzichten. Aber nun wird manches nachgeholt.

        Die Worte des ‚weisen Mannes’. Tja, ich weiß nur noch, dass er auch sagte, die Leute geben zu viel Privates von sich preis. Vielleicht hat er bestimmte Leute gemeint. Ich weiß es nicht. Greifbar ist er nicht, denn er kann es sich leisten, viele Monate auf fernen Erdteilen zu lustwandeln. Wo, dass kann ich nicht sagen. Aber es war wohl auch nur seine Ansicht vom bloggen.

        Ich meine, wir hatten schon mal geschrieben, dass man einfach akzeptieren soll, was andere tun. Das denke ich heut noch genau so. Nicht alle verstehen, warum ich mich mit den Schmetterlingen befasse, aber die meisten akzeptieren es. Für Natur und allem was dazu gehört haben viele Menschen leider wenige Kenntnis und wenig Verständnis. Man merkt das besonders gut bei Quizsendungen.

        Ich habe es wieder mit Gedichten versucht, aber mir ist in den letzten Monaten nichts gelungen. Ich bin mental einfach noch nicht wieder der, der ich mal war. Ich hoffe, ich bessere mich bald. :-)

        Dir, hoffe ich, geht es gut und Du hast weiterhin viel Freude am Leben. Ich wünsche es Dir
        von Herzen.

        Herzlichen Gruß

        Eckard

  • nina

    Liebe Vera, ich freue mich von Dir zu lesen und auch dass Du dran bleibst! Irgendwie können wir nicht mit aber auch nicht ohne gell ?
    Mir geht es gut so damit im Moment und was die Hitze angeht stimme ich Dir 100%zu nur auf den August verzichte ich ungern aber das nicht wegen der Hitze 🙂
    Ich drücke Dich
    nina

    • Vera

      Liebe Nina,

      wer einmal gebloggt hat, kommt bestimmt immer wieder dahin zurück. Für mich hat es soviel Positives in mein Leben gebracht. Auch wenn das Bloggen nicht mehr so wie früher ist, mir macht es trotzdem noch Spaß – wenn ich mich nicht selbst unter Druck setze.

      Jedenfalls freue ich mich über unser neuentdecktes Bloggen und finde es sehr inspirierend, dass ich wieder bei Dir lesen kann.

      Liebe Grüße,
      Vera

      • Nina

        Auch wenn sich mein Blog mittlerweile in Luft aufgelöst hat erinnere ich mich gern daran und stell Dir vor, ohne den blog hätten wir uns niemals „kennengelernt“ 😘ne!? Ich freue mich sehr darüber aber alles hat eben seine Zeit . Blog passe aber unsere ich nenn es mal „virtuelle Verbindung“ kann und keiner nehmen

  • Gabi

    Liebe Vera,
    manchmal ist im Leben einfach anderes sehr viel präsenter und wichtiger, so dass die Zeit oder (wenn dann Zeit wäre die Motivation zum Bloggen) fehlt… wer kennt das nicht?
    Ich habe jetzt genau – ein ganzes Jahr! – pausiert. Und es war ein gutes Jahr.
    Ich jedenfalls freu mich sehr, dass du mit deinem Blog noch da bist! Egal wann und wieviel du schreibst.
    Wir sollten uns selber einfach zugestehen, zu bloggen (oder nicht) wie es uns in den Sinn kommt.
    Ich wünsch‘ dir eine schöne Zeit – und bin auf dein Lebensprojekt neugierig… 🙂
    Liebe Grüße!

    • Vera Gold

      Liebe Gabi,

      schön, von Dir zu lesen. Schon ein Jahr ist es her? Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Manchmal zu schnell, manchmal zu langsam, wenn man auf etwas wartet. Für mich und mein Lebensprojekt gerade etwas zu langsam … hihi. Ha, Du wirst überrascht sein, wenn du das erfährst. 🙂

      Liebe Grüße,
      Vera

  • Eckard

    Liebe Vera,

    ich mache es heute ganz kurz: Richte Dich nicht nach anderen, blogge wann immer Du dazu Lust hast. Schreibe, was Dich erfreut, vielleicht auch etwa, was Dir Kummer bereitet. Vor allem aber bleib Du selbst. Nur Du solltest über Dein Tun entscheiden.

    Auch ich entscheide über das, was ich tue. Ich musste mich in der letzten Zeit einschränken. Die fortgeschrittene Jugend macht sich bemerkbar. Ich bin nicht mehr der Alte, ich bin jetzt der Alte. Ich denke, Du verstehst, was ich meine.

    Ein möchte ich hier noch bestätigen: Das Bloggen ist heute wirklich nicht mehr so wie früher. (Das beobachte ich aber auch in diversen Foren.)

    Dir und Deinem engsten Umkreis wünsche ich alles Gute.

    Herzlichen Gruß
    Eckard

    • Vera Gold

      Lieber Eckard,

      alles ist im Fluss und verändert sich immer schneller. Schade eigentlich. Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr mithalten kann und an Land gehen sollte, um eine Pause einzulegen.

      Alles Gute für Dich,
      Vera

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